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Android ohne Google: Woher bekomme ich nun Apps?

Best Free Android Apps you must have
Best Free Android Apps you must have; © Siddartha Thota (CC-BY)
Source: Flickr

Nachdem wir unseren Androiden nun vollständig von Google befreit haben stellt sich die Frage: Woher bezieht man nun seine Apps? Auch der Google Play Store ist ja unserem „Hausputz“ zum Opfer gefallen. Viele Apps sind uns lieb geworden, einige haben wir vielleicht gar käuflich erworben – ist das nun alles „Schnee von gestern“, unwiderruflich gestorben? Müssen wir auf diese Apps verzichten – oder gibt es alternative Möglichkeiten für den Zugriff auf den Google Play Store? Welche anderen Möglichkeiten bieten sich für den Bezug von Apps an?

Android ohne Google:

Ein “älterer” Artikel, der aber definitiv hierher gehört:

Im Kontext zur Lektüre empfohlen: Datenschutzfreundliche Apps und Dienste – Android ohne Google?! Teil7 im Kuketz IT-Security Blog

Google Play Store

Raccoon Teaser
Raccoon 4.0 Teaser; © onyxbits

Eine alternative App für den Zugriff auf den Google Play Store wurde ja bereits mehrfach erwähnt1: BlankStore, ein minimalistischer Open-Source Google Play Store Client. Mit diesem ist direkt vom Android-Gerät aus ein Zugriff auf den Playstore möglich – allerdings mit Einschränkungen: Gekaufte Apps findet er nicht. Ob andere Playstore-Apps2 wie beispielsweise Tablet Market mit NOGAPPS oder microG funktionieren, habe ich nicht getestet.

Eine sehr gute Möglichkeit stellt jedoch Raccoon dar, welches ich selbst seit einer Weile im Einsatz habe. Diese Anwendung ist in Java geschrieben, und daher unter den meisten Plattformen (z. B. Linux, MacOS, Windows) lauffähig. Unter Linux läuft es ausgesprochen stabil und performant, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann. Der Zugriff auf den Playstore erfolgt mit den eigenen Zugangsdaten (sowie idealerweise auch mit der eigenen Geräte-ID) – sodass mit Raccoon nicht nur die „gratis Apps“ zur Verfügung stehen, sondern auch alle mit dem jeweiligen Account gekauften. Der Erwerb kostenpflichtiger Apps ist mit Raccoon jedoch nicht möglich; hierfür muss man dann bei Bedarf mit dem eigenen Web-Browser tätig werden. Ab Version 4.0 wird Raccoon übrigens auch selbst auf Updates installierter Apps testen können, sowie einen eigenen „App Manager“ enthalten.

Die dritte Möglichkeit besteht darin, einen „ausgedienten Androiden“ zum „App-Beschaffer“ umzufunktionieren: Alles runter außer den notwendigsten GApps, und dann dort mit der Google Play Store App die gewünschten Downloads/Installationen tätigen. Mit einer App zum Sichern von .apk Dateien holt man sodann die entsprechenden Dateien von selbigem Gerät, und schiebt sie dem „Google Befreiten“ unter. Allerdings ist dies nicht nur etwas umständlich – sondern man erhält damit u. U. auch nicht alle gewünschten Apps (Stichworte: Geräte-Kompatibilität, Android-Version).

Ein Handicap gilt es bei Kauf-Apps noch zu beachten: Da weder NOGAPPS noch microG derzeit eine Validierung von Google-Lizenzen (siehe Permission vending.CHECK_LICENSE) anbieten, greift selbige ins Leere. Für Apps, welche die Google-Lizenz-Verizierung nicht verwenden, stellt dies kein Problem dar. Für manch andere hingegen schon. Wer auf „Nummer Sicher“ gehen will, erkundigt sich besser vor dem Kauf: Besteht genügend Nachfrage, finden sich auch die meisten Entwickler zu entsprechenden Anpassungen bereit.

Alternative Märkte

F-Droid
F-Droid Logo
© William Theaker (CC-BY-SA)

Diese wurden ja bereits im Artikel Android Markets: Wie sicher sind alternative Quellen? angesprochen. Uneingeschränkt empfehlen kann ich hier F-Droid:3 Zwar ist der Pool dort (mit derzeit ca. 2.000 Apps) recht überschaubar, doch dafür ist alles gratis und open-source. So manche Dinge finden sich auch nur hier (etwa microG sowie die NLP-backends für die alternativen „Location Services“), und sind in keinem anderen Market zu finden. Für die Sicherheit bürgt die hinter der Plattform stehende F-Droid Limited. Diese nimmt ausschließlich Apps in das Repository auf, die open-source sind, und deren Quellcode sie überprüft hat. Außerdem werden die Apps auch direkt aus dem überprüften Quellcode kompiliert: Es ist also wirklich das drin, was draufsteht. Andererseits bedeutet dies auch, dass Apps hier immer mit dem Schlüssel von F-Droid signiert sind – man kann also nicht einfach Apps „über Kreuz“ aktualisieren. Das braucht man aber auch nur selten.

Ein weiteres Goodie: Die F-Droid App ist sehr übersichtlich. Keine Bloatware integriert. Mit selbiger hält man auch bequem seine Apps aktuell: Bei Updates wird man informiert – kann jedoch einzelne Apps komplett von Updates ausnehmen (es erfolgen dann keine Hinweise auf neue Versionen mehr für diese), oder einzelne Updates überspringen (eine Benachrichtigung erfolgt erst dann wieder, wenn ein weiteres Update verfügbar ist). Kurzum: Ich bin mit F-Droid sehr zufrieden.

Ebenfalls oft ins Spiel gebracht wird Aptoide. In diesem Market ist die Auswahl wieder etwas größer – man sollte sich jedoch auf das von Aptoide selbst verwaltete Repository namens „Apps“ beschränken (Details im oben verlinkten Artikel). Vorteil hier: Die Signaturen sind mit denen aus dem Playstore i. d. R. identisch, man kann also „mal kreuzweise“ (updaten natürlich).

Selbstverständlich gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Märkte. Zum Einen Hersteller-spezifische (z. B. von Samsung), zum Anderen solche wie Amazon. Aber haben wir uns von einer „Macht“ befreit, um uns einer anderen auszuliefern? Entscheiden muss das jeder für sich.

Github

Github Logo
Github Logo

Zahlreiche Entwickler hosten den Code ihrer Apps (und Programme) auf Github. Nicht selten stellen sie dabei auch komplierte .apk Dateien bereit. Auch F-Droid bedient sich häufig aus diesen Repositories. Doch bei weitem nicht jede bei Github gehostete App findet sich in den Repositories von F-Droid wieder (umgekehrt gilt übrigens das Gleiche).

Das Schöne an Github: Jeder kann mitmachen, zum Produkt beitragen. Es ist möglich, eigene Verbesserungen am Code einzubringen (sofern man die Fähigkeit, Lust und Zeit dazu hat). Hat der jeweilige Entwickler es nicht explizit abgeschaltet, lassen sich hier auch Fehler, Probleme, oder Verbesserungswünsche über so genannte „Issues“ melden (sowie deren Bearbeitung verfolgen). Und so manches Projekt pflegt auch ein zugehöriges Wiki an diesem Ort.

Projekt gefunden, aber es liegt keine .apk Datei bereit? Wer das (Werk-)Zeug dazu hat, kann sich diese natürlich aus dem Quellcode heraus selbst erstellen. Alle anderen können (nach erfolgter Suche, ob ein solches nicht bereits existiert) einfach ein „Issue“ erstellen, in dem sie den/die Entwickler um eine Bereitstellung bitten.

Die Quelle direkt anzapfen

Sofern vom Entwickler bereitgestellt, verlinken sowohl der Google Play Store als auch die meisten anderen Märkte auf die Website des jeweiligen Entwicklers. Oftmals lassen sich dort ebenfalls die entsprechenden .apk Dateien finden. Oder man kann den Entwickler direkt kontaktieren, und um eine „alternative Quelle“ bitten.

XDA Logo
XDA-Developers

Eine weitere gute Quelle ist das Forum der XDA-Developers. So manche App nahm hier ihren Anfang, und zahlreiche Apps haben hier ihren „Support Thread“. Nicht selten hängt dann am jeweiligen ersten Post auch eine .apk Datei (oder gar mehrere), oder es wird auf eine solche verlinkt. Wer eine bestimmte App dort sucht, tut dies entweder über die dort integrierte Suchfunktion – oder über eine Google-Suche nach <AppName> site:xda-developers.com (natürlich sollte man <AppName> durch den Namen der gewünschten App ersetzen ;) ). Direkt vom Androiden aus gibt es übrigens mit der App XDA Labs auch eine weit bequemere Möglichkeit – die den Anwender auch über Updates informiert.

Abzuraten ist in jedem Fall von „dubiosen Dritt-Quellen“ wie File-Hostern (es sei denn, man wurde von Entwickler selbst direkt auf einen solchen Download verwiesen). Insbesondere bei namhaften Apps finden sich zahlreiche Öbeltüter, die von selbigen „Spezial-Versionen mit Extra-Features“ erstellen, und auf diese Weise in Umlauf bringen. Was diese „Extra-Features“ so anstellen, wollt Ihr bestimmt nicht selbst ausprobieren!

appshowtomarkets


  1. Siehe 5: Den Droiden befreien und 5a: microG (Update für NOGAPPS aus Teil 5) 

  2. Siehe Übersicht App Markets 

  3. Zu F-Droid siehe auch F-Droid und AFWall+ – Android ohne Google?! Teil4 im Kuketz IT-Security Blog 

2015-11-24 (2016-08-26)