Android ohne Google 6: Selbstversuch
Es ist sicher eine nette Geste, ein Tutorial für andere zu schreiben – aber in diesem Fall tat ich dies auch für mich selbst. Jetzt, da alle Fakten zusammengetragen sind, war es an der Zeit, diese auch in die Praxis umzusetzen – in einem Selbstversuch. Ich folgte also meinen eigenen Anweisungen, und befreite meinen ersten Androiden – während ein zweiter bereits sehnsüchtig auf die gleiche Behandlung wartete1. Wie bereits bei den Tutorials, möchte ich auch hier wieder meine Erfahrungen teilen.
Einschub: Mitten in meinem Selbstversuch war es schön zu sehen, dass ich nicht der Einzige bin ![]()
Android ohne Google:
- 1: Einleitung
- 2: ownCloud
- 3: Unliebsame Apps loswerden
- 4: App-Alternativen
- 5: Den Droiden befreien
- 6: Selbstversuch
- 7: Woher bekomme ich nun Apps?
Ein “älterer” Artikel, der aber definitiv hierher gehört:
07.09.2014
Installation
Diese lief ab, wie in Android ohne Google 5: Den Droiden befreien! (und Android ohne Google 2: ownCloud) beschrieben. Die dortige Anleitung zur Installation der NOGAPPS erwähnt bereits die Probleme, die beim Flashen der MapsApi auftraten: Ich erhielt dabei die Fehlermeldung E:Error in /sdcard/Update/mapsapi.flashable.zip (Status 0) Installation aborted. Die beschriebene „alternative Lösung“ funktionierte hingegen bestens: in den auf die MapsApi zugreifenden Apps wird das Kartenmaterial ordnungsgemäß angezeigt, was ich beispielsweise mit RF Signal Tracker getestet habe (siehe Screenshot rechts).
Doch obwohl bei der Installation der auf OpenCellID basierenden NetworkLocation keine Fehler auftraten, scheint diese auf dem Wildfire nicht zu funktionieren2: Apps melden entweder lapidar, sie würden ohne GPS nichts tun wollen – oder beschweren sich über einen „unsupported location service“. In der Hoffnung, dass der Entwickler eine Idee haben könnte, habe ich dies im NOGAPPS Thread bei XDA gepostet; eine Lösung fand sich jedoch leider nicht. Da das auf dem Wildfire laufende ICS auch nicht mehr die aktuellste Android-Version ist, ist auch nicht wirklich mehr mit einer solchen zu rechnen – was man keinem verdenken kann.
Baseline I
Der dennoch überwiegend erfolgreichen Installation folgte nun zunächst das Erstellen einer „initialen Baseline“:
- nur wenige essentielle Apps wurden installiert: Business Calendar, DavDroid mit aktivierter Synchronisation für Kalender & Kontakte, sowie F-Droid
- keine SIM, aber aktiviertes WLAN
- 5-Day-Rundown ohne Aufladung, verbliebener Akkustand pro Tag: 100% - 90% - 60% - 30% - 10% (Rundown nach 5x24h+ beendet, der Akku hielt also mehr als fünf volle Tage durch)
Vergleich mit meinen beiden anderen Geräten: Das Milestone² (vergleichbare Konfiguration, jedoch mit SIM) wanderte allabendlich mit ~75% Akkustand ins Dock, das LG Optimus 4X mit ~50% (letzteres musste ich am dritten Tag sogar zweimal laden, da irgend etwas3 außer Kontrolle geriet und den Akku in nur 5 Stunden auf 30% leerte. Trotz Wiederaufladung auf 96%, war der Akku am Abend wieder auf 50% entladen).
Zwischenstand
Der ersten Baseline schloss sich ein wenig Testen und Analysieren an:
- Vorinstallierte Kamera-App: Ich konnte keinen Auslöser finden (oops?): Weder auf dem Screen, noch funktionierten die Lautstärke-Regler als solche. Damit habe ich zwar einen netten „Viewfinder“, kann aber keine Fotos machen. Auch der Speicherort für Fotos ließ sich nicht festlegen. Daher installierte ich …
- Open Camera. Wow. Das Teil hat sogar ein „Levelling-Display“ (als Prozentanzeige), damit man nicht „aus Versehen“ schiefe Fotos macht. Es gibt ein Menü zur Auswahl des Speicherplatzes – doch auf dem Wildfire blieb die Auswahl leer4. Fotos kann man trotzdem machen, und die Bilddateien landen im Verzeichnis
/sdcard/DCIM/OpenCamera. Passt schon – obwohl ich lieber selbst einen Speicherort gewählt hätte: Ich möchte einfach nicht an mehreren verschiedenen Stellen suchen müssen, wenn ich unterschiedliche Kamera-Apps verwende. - Die vorinstallierte Foto-Galerie (QuickPic) stürzte bei jedm Start ab. Ein Update via Aptoide behob das Problem jedoch. Schaut echt vielversprechend aus – allerdings kann man auf dem kleinen (QVGA) Displays des HTC Wildfire dazu nicht wirklich etwas Aussagekräftiges sagen

- Mit verschiedenen Location- und CellID-Apps habe ich ein wenig „herumgespielt“. Ohne eingelegte SIM-Karte werden keine Mobilfunkzellen gefunden – was mir ein wenig seltsam vorkommt: Auch ohne SIM sind schließlich Notrufe möglich. Und die brauchen schließlich auch … genau. OK, also eine meiner Reserve-SIMs eingelegt. Keine Änderung (siehe oben).
Baseline II
Jetzt war eine „real-life Baseline“ fällig, bei der sogar eine SIM-Karte von „Base“ zum Einsatz kam
– SIM-Karte rein, mobile Daten aus (da keine Daten-Flat auf dieser Karte). Der Akku-Verbrauch sollte jetzt also vergleichbar zum Motorola Milestone 2 ausfallen, welches ähnlich konfiguriert ist (SIM, aber keine mobilen Daten) – jedoch die volle Ladung an Google-Bloat installiert hat. Spannend. Meine Erwartung: Anstatt 75% (beim Milestone), werde ich hier am Abend etwa 90% Akku übrig haben.
Etwa zehn Stunden später scheint es, als würden meine Erwartungen sogar noch übertroffen: Das Milestone steht bei ~85%, das Wildfire hat noch immer ~99% übrig (während das LG Optimus 4X bereits auf ~80% gesunken ist). Die Screen-On-Zeiten des Wildfire und des Milestone waren dabei recht vergleichbar: Letzteres fungierte haupsächlich als „Stempeluhr” für meine Arbeitszeiten, Ersteres als Kalender (diesen Tag habe ich jedoch zusätzlich noch ein paar „Location-Tests auf ihm veranstaltet, sodass es sogar mehr beschäftigt war). Insgesamt, geschätzte Screen-On-Time pro Gerät ~30min (LG ~1h).
Rundown ohne Aufladung: 97% - 75% - 55% - 35% - 5% – diesmal musste es ans Kabel, bevor der fünfte Tag voll war (was sich durch „Herunterschalten in den 2G-Modus“ jedoch kompensieren ließ). Irgendwie erinnert mich das an die Zeiten, als die Akkus von Mobiltelefonen noch zwei Wochen durchhielten …
Zwischenergebnis
- Prinzipiell, keine größeren Probleme: Das Gerät funktioniert auch ohne die ganze Bloatware, und ich vermisse nicht wirklich irgendwelche Funktionalitäten. Das kann sich jedoch ändern, sobald ein solches Andifon zum Haupt-Gerät wird, und weitere Apps dazukommen (siehe weiter unten).
- NetworkLocation funktioniert nicht (siehe Installation and Zwischenstand): Dies kann Geräte- bzw. ROM-spezifisch, oder auch der Tatsache geschuldet sein, dass auf dem Wildfire noch ICS läuft (welches die Entwickler nicht mehr intensiv testen können). Für ein endgültiges Ergebnis sind daher „ausführlichere Tests“ mit dem nächsten Gerät nötig.
- Akkuverbrauch: Wahnsinn! Erinnert mich irgendwie an die „früheren Tage“, bevor die „Bloatification“ der Play Services begann – und meine Geräte 2+ Tage mit einer Akkuladung durchhielten. Mein Verdacht, dass diese „Services“ maßgeblich an der verkürzten Akkulaufzeit Schuld sind, scheint sich zu bestätigen.
- Kauf-Apps: Hier überraschte mich die Offenheit einiger Entwickler, welche auf meine diesbezügliche Frage antworteten, dass die Unterstützung „entgoogelter Geräte“ bereits auf ihrer Todo-Liste stünde! Licht am Horizont
Darüber hinaus schienen einige meiner gekauften Apps sogar ohne die Hilfe des BlankStore (oder anderer Unterstützung) problemlos zu laufen. Offensichtlich sind nicht alle strikt an die Lizenzprüfung gebunden.
Empfehlungen für zusätzliche Installationen
Abgesehen von der in den Teilen 2 und 5 beschriebenen „grundlegenden Installation“ – was wären Empfehlungen für Apps, die man auf einem derartig „entgoogelten“ Gerät in Erwägung ziehen sollte? Das hängt nicht zuletzt davon ab, was bereits mit dem verwendeten ROM mitgeliefert wird. Außerdem kommen noch persönliche Bedürfnisse und Vorlieben ins Spiel. Aber ja, da wären ein paar Dinge, die ich empfehlen könnte:
- Markets: Irgendwoher müssen die Apps kommen. Meine Empfehlung für die Primärquelle ist nach wie vor F-Droid. Mit lediglich ~1,200 Apps deckt das Haupt-Repository jedoch bei weitem nicht alle Bereiche ab; so fand ich beispielsweise keine einzige Foto-Galerie App hier. Das machte schnell eine zweite Quelle nötig, wobei meine Wahl auf Aptoide (mit ihrem „Apps“ Repo, welches als recht sicher gelten dürfte – siehe den entsprechenden Market-Artikel) fiel. Wer natürlich auf Apps aus dem Google Play Store (z. B. dort gekaufte mit Lizenzprüfung) angewiesen ist, dem sind die beiden anderen kein ausreichender Ersatz. Der BlankStore aus Teil 5 sollte diese Lücke jedoch schließen. Auch wenn man damit keine Apps kaufen kann: Der Shopping-Part lässt sich auch mittels Browser am Computer erledigen. Um der Rest (Installation sowie Lizenzprüfung) kann sich BlankStore bestens kümmern.
- Kamera: Außer im Urlaub, benutze ich diese relativ selten. Aber wenn ich sie brauche, sollte sie auch vernünftig funktionieren. Sollte die vorinstallierte App den Bedürfnissen nicht entsprechen, lohnt sich ein Blick auf Open Camera. Gratis, Open Source, und macht auch noch einen guten Eindruck. Ich habe jedoch keinen „Feldtest“ durchgeführt – daher beruht diese Aussage lediglich auf „dem ersten Eindruck und einem einzigen Foto“

- Galerie: Vergleichbar mit dem Thema „Kamera“. Besteht Bedarf an Ersatz, ist QuickPic definitiv in Erwägung zu ziehen – und stellt eine gute Wahl dar.
- Datei-Manager: Open Explorer scheint hier ein guter Kandidat zu sein: Grafische Anzeige der „größten Platzfresser“ (ausgehend vom aktuellen Verzeichnis), integrierter Text-Editor, ZIP-Unterstützung, root-Modus (inklusive des Einbindens der
/systemPartition im read-write Modus), „Smarte Folders“ für Media, Netzwerk-Support für den Zugriff auf den Computer (FTP, SFTP, SMB). Gratis und Open Source, in allen drei Märkten verfügbar.
Für weitere Empfehlungen lohnt sich auch ein Blick auf Teil 4 dieser Blogreihe. Da das Testen von Apps auf dem kleinen 240x320px Bildschirm des Wildfire nicht wirklich Spaß macht (wie habe ich das damals nur ausgehalten?), verzeiht man mir sicher, wenn ich an dieser Stelle nicht weiter in Details abtauche. Das folgt vielleicht, wenn das Milestone 2 an der Reihe ist ![]()
Update 2014-11-02:
Baseline III
„Just for fun“, und um ein schockierendes Bildchen mit einbinden zu können, habe ich das Wildfire mal ein Weilchen im Flugmodus belassen – und das Display nur etwa einmal am Tag kurz angemacht, um den Batteriestand zu kontrollieren. Das Resultat dieses Experiments findet sich im rechten Screenshot wieder. Hier ist also der Beweis, dass der Akku eines Android-Smartphones tatsächlich nicht nur länger als zwei Tage ohne Aufladen durchhalten kann – sondern sogar deutlich mehr als zwei Wochen! ![]()
Real-Life Test
Und so geschah es, dass mein „Hauptgerät“ – das einzige Smartphone in meinem Besitz, welches noch mit Google Apps bestückt war – aufgrund einiger Hardware-bezogener Probleme zum Service eingeschickt werden musste. Um weiterhin kommunizieren zu können, musste daher eines meiner „Zweitgeräte“ herhalten. Die Wahl fiel auf das Motorola Milestone 2 (aka „Droid 2“), welches ich mittlerweile ebenfalls „vom Google-Ballast befreit“ hatte: Mit CM10 (Android 4.1) geflasht, bestückte ich es mit den NOGAPPS Komponenten (wie in Teil 5 beschrieben; natürlich habe ich in Schritt 4 eine andere Image-Datei verwendet, musste jedoch die MapsApi wiederum nach dem alternativen Verfahren installieren). Diesmal funktionierten alle Bestandteile einwandfrei. Anschließend (und vor dem fürs Einsenden nötige Factory-Reset) verwendete ich Adebar zur Sicherung des Optimus, und transferrierte schließlich alle wichtigen Apps (einschließlich ihrer Daten) auf das Milestone 2. Auf diesem sind nun also alle Apps installiert, die ich auch zuvor auf dem LG Optimus 4X verwendet habe5 – abzüglich der GApps und zuzüglich der NOGAPPS.
Das war vor etwa einer Woche. Seitdem ist das Milestone² mein „Hauptgerät“. Wie habe ich diese „erste Woche ohne GApps“ überlebt? Ich muss sagen, ich habe nur wenig vermisst:
- In der Stack Exchange App erhalte ich nicht länger „live Benachrichtigungen“ (sie verwendet dafür Google Cloud Messaging, welches in die Google Services integriert ist, die auf dem Gerät ja nicht installiert wurden). Das ist bislang das Einzige, was ich wirklich vermisse.
- Obwohl ich Dank BlankStore problemlos Apps von Google Play installieren kann (sogar gekaufte), erhalte ich für selbige keine „Update-Benachrichtigungen”. Kein Problem, dachte ich: Ich kann ja entweder den AppBrain Market dafür benutzen, oder Changelog Droid installieren. Entschieden habe ich mich zunächst für letzteres, da dies ja auch „andere Quellen“ berücksichtigen soll.6
- Gleiches Thema: Apps, die ein „Auth-Token“ zur Verwendung des Google-Accounts benötigen, würden auch nicht funktionieren (was auch der Grund für das „Nicht-Funktionieren“ von Changelog Droid ist). Es gäbe alternative Möglichkeiten, wie (neben dem BlankStore) beispielsweise StripSearch belegt – welches einwandfrei funktioniert.
- Anstatt bis auf (oder unter) ~50% Restladung reduziert zu werden, landet das Milestone üblicherweise mit 70%+ zur „guten Nacht“ in seinem Dock – ohne dass ich mein Nutzungsverhalten geändert hätte. Damit kann ich gut leben
Bedenkt man dabei, dass Jelly Bean (Android 4.1 hier) ein größerer Akku-Hunger nachgesagt wird als ICS, klingt das doch nach einem überaus guten Wert. Neugierig bin ich auf die Zahlen des O4X nach seiner Rückkehr, da es dann ebenfalls mit Android 4.1.2 laufen wird. - Dank des Umstiegs auf > 4.0, musste ich mich von LBE Privacy Guard verabschieden7. AppOps sind auf 4.1 jedoch noch nicht verfügbar. Um mich also vor der Verzögerung durch größeres Rumprobieren zu schützen, installierte ich kurzerhand LBE Security Master (nicht die Chinesische Version hinter den Appstore-Links, sondern eine der lokalisierten Varianten der XDA-Developer). Tut seinen Dienst, aber dummerweise gleich noch eine ganze Menge mehr (die App ist leider ziemlich überladen). Habe mehrere Tage gebraucht, um die für mich überflüssigen Zusatz-Module „ruhigzustellen“ (bzw. herauszufinden, wie das zu bewerkstelligen ist). Auf den Akku-Verbrauch hat sich das jedoch scheinbar nicht merklich ausgewirkt: LBE taucht in der Liste der „Topp-Verbraucher“ nicht einmal auf. Eventuell schaue ich mir ja irgendwann XPrivacy nochmals an.
- Wenn wir gerade von den „Topp-Verbrauchern” reden: Die Akku-Statistiken sehen endlich wieder normal und nachvollziehbar aus, mit dem zu erwartenden „Display” als üblichem Spitzenreiter (was auf dem O4X in letzter Zeit definitiv nicht der Fall war). Auch die übrigen Kandidaten erscheinen nachvollziehbar8.
- Das Moto ist langsamer als mein O4X – aber das ist einzig der Hardware geschuldet, und hat nichts mit dem hier beschriebenen Prozess zu tun

- Das kleine Wildfire (aka "HTC Buzz"), welches jetzt den Platz des „Zweitgerätes“ einnimmt (was lediglich ein paar zusätzliche Anrufe zu seinen Tätigkeiten hinzufügt) kommt nach wie vor locker über mehr als drei Tage, ohne ein Ladekabel zu sehen (hier habe ich derzeit keine exakten Zahlen, da ich es für Tests mit Adebar verwende – was eine Verbindung via ADB nötig macht, was wiederum das Gerät über USB mit Strom versorgt – daher kann ich hier nur schätzen: Im Augenblick, etwa anderthalb Tage nach „Abnabelung“, hat es noch ~80% Restladung).
Temporäres Fazit
Abgesehen von Dingen, die Cloud Messaging voraussetzen (in meinem Fall hauptsächlich Stack Exchange Notifications), habe ich nicht wirklich etwas vermisst (YMMV). Alles scheint sauber zu laufen, und alle gewünschte Funktionalität ist gegeben – einschließlich Markets, Standortdaten, und Karten.
Update 2014-11-18:
Abschließende Worte
Jetzt läuft mein kleiner Selbstversuch bereits über zwei Monate. Während der letzten zweieinhalb Wochen sogar in Form eines „Real-Life Tests“ – da ich gar kein Android-Smartphone mit Google-Apps mehr zur Verfügung hatte. Zeit also, diesen Report abzuschließen.
Am „Endspurt“ beteiligt waren zwei Geräte mit unterschiedlichen Einsatzarten. Das Wildfire diente als Zweitgerät zur „Privatnutzung“: Etwa 2-3 Telefonate pro Tag, dazu eine App im Einsatz, die ich derzeit teste (eine Art Stempeluhr). Keine mobilen Daten, daher habe ich die Verbindung auf GSM (aka „2G“) gedrosselt. Wie zu Zeiten der „guten alten Dumb-Phones“ kam ich so locker ohne Nachladen über die Arbeitswoche, obwohl (wie ich am fünften Tag erst feststellte) WLAN permanent aktiviert war. Ein paar Details lassen sich dem Screenshot zur Rechten entnehmen.
Das andere Gerät war das Milestone, welches für den „beruflichen Einsatz“ genutzt wurde: Mobile Daten aktiviert, Modus „automatische Netzwahl“ (3G/2G). Unterschiedliche Anzahl von Telefonaten, relativ häufiges Lesen (RSS-Feeds, Twitter), Überprüfung auf neue Mails im Hintergrund (die dann allerdings am Computer gelesen wurden). Jeden Abend ging es mit ca. 70% Restladung ins Dock. Nach wie vor vermisse ich meine Stack Exchange Benachrichtigungen, aber nicht viel mehr.
Jetzt ist mein O4X wieder eingetrudelt. Was werde ich also tun? Es auch von den GApps befreien? Schon Salomo wusste: Jedes Ding hat seine Zeit. Zuerst einmal werde ich schauen, wie es sich nach den Updates verhält. Und ich brauche ja auch ein „Vergleichsgerät“ – und als Android-Buchautor muss ich schließlich auch die „Google-Welt“ zumindest ansatzweise im Auge behalten
Daher wird eine Umstellung hier nicht allzubald stattfinden. Irgendwann mag es dennoch geschehen: Insgesamt gesehen waren meine Erfahrungen durchaus ermutigend. Die beiden Testgeräte bleiben definitiv „Google-frei“.
Wer bis hierher mitgelesen hat, dem sei nochmals gesagt: YMMV, das mag für jeden anders aussehen. Dennoch kann man sich (wie ich) entscheiden, einige Geräte „zu befreien“, und eines in „zeitweiliger Sklaverei“ zu behalten. Bis die letzten Lücken geschlossen sind (wie GCM in meinem Fall). Wer gar nichts vermisst, kann natürlich voranschreiten. Wie immer die Entscheidung ausfällt: Ich hoffe, diese Artikel waren meinen Lesern eine Hilfe!
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Das zweite Gerät ist bereits gefolgt und dient, während mein Optimus P880 sich in der Reparatur befindet, als „zeitweiliges Hauptgerät” – siehe Real-Life Test. ↩︎
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Dies scheint entweder spezifisch für das Gerät, oder die Android-Version zu sein: Auf dem Milestone 2 mit Android 4.1 (CM10) habe ich keine derartigen Probleme. ↩︎
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Ursprünglich hatte ich hier die Google Services in Verdacht – bin aber mittlerweile nicht mehr sicher, dass es ausschließlich diese sind. Das O4X scheint (bis einschließlich Firmware 20B) ein ernsthaftes Baseband-Problem zu haben (die sich auch an anderen Stellen bemerkbar machen – insbesondere für Nutzer der Netze von E-Plus und O2). Es könnte also auch einfach damit zusammenhängen – was übrigens der Grund ist, warum sich das O4X derzeit in Reparatur befindet. ↩︎
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Wie bereits die Problematik beim CellID-Thema, kann dies wiederum spezifisch für das Gerät bzw. das installierte ROM sein: Keine derartigen Probleme auf dem Milestone². ↩︎
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Mit wenigen Ausnahmen von Apps, die ich irgendwann einmal installiert hatte, aber nicht länger nutze. ↩︎
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Wie sich herausstellte, verlässt sich diese App zu sehr auf die Google Services – auf einem "Google-freien Gerät" bring sie also nicht mehr zustande, als die auf selbigem installierten Apps und den Zeitpunkt ihres letzten Updates anzuzeigen – keine Changelog-Details, keine Update-Benachrichtigungen. Ich habe den Entwickler in der Hoffnung auf einen Fix kontaktiert (und ihm Lösungsansätze mitgeteilt). Er ist leider derzeit „Land-unter“, sodass eine neue Version nicht in greifbarer Nähe ist. Dafür scheint AppBrain zu funktionieren, und zeigt sogar Updates von F-Droid an – leider aber auch für Apps, die gar nicht von dort installiert wurden (ein Update ist also aufgrund der von F-Droid verwendeten unterschiedlichen Signatur in diesen Fällen gar nicht möglich). ↩︎
-
Wer diese Kombination versucht, landet unweigerlich in einem Boot-Loop – darauf hatte ich aber keinen Appetit
↩︎ -
Obwohl ich mich nach wie vor darüber wundere, dass Ruhezustand und Mobilfunk-Standby mit jeweils ca. 20% die Positionen 2 und 3 belegen. Eine Merkwürdigkeit, die für meinen Mobilfunk-Anbieter spezifisch ist? Eine Aussage des LG Supports legt dies Nahe, da einige Monate zuvor Änderungen in den Routern von E-Plus und O2 auch den Baseband-big-Trouble auf deren P880 und P990 Geräten auslösten. ↩︎



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